Der Helm ist das einzige Teil deiner Ausrüstung, das du im Ernstfall nur ein einziges Mal brauchst – und dann muss er sitzen. Trotzdem wird er oft nebenbei gekauft, nach Farbe und Preis, während für die Ski wochenlang Tests gewälzt werden. Dabei entscheiden beim Helm ein paar Zentimeter Kopfumfang darüber, ob die Schale im entscheidenden Moment dort liegt, wo sie liegen soll. Jetzt im Herbst ist der beste Moment dafür: Die Grössen sind komplett und du hast Zeit, in Ruhe zwei oder drei Modelle aufzusetzen, statt am ersten Skitag irgendetwas mitzunehmen.
Skihelm kaufen: darauf kommt es wirklich an
Vier Dinge entscheiden, ob ein Helm zu dir passt: Grösse, Norm, Rotationsschutz und die Frage Skibrille oder Visier. Alles andere ist Komfort – wichtig, aber erst danach.
Kopfumfang messen und Passform prüfen
Nimm ein Massband und leg es waagrecht um den Kopf: ein bis zwei Zentimeter über den Augenbrauen und hinten über die breiteste Stelle. Der Wert in Zentimetern ist deine Helmgrösse. Die meisten Erwachsenenmodelle decken 51 bis 63 cm ab, aufgeteilt in S, M und L, mit einem Verstellrad im Nacken für die Feinabstimmung.
- √ Setz den Helm auf, ohne den Kinnriemen zu schliessen, und schüttle den Kopf. Verrutscht er, ist er zu gross.
- √ Zwischen Stirn und Polster darf kein Finger Platz haben, aber es darf auch nichts drücken. Druckstellen nach zehn Minuten werden nach zwei Stunden zur Qual.
- √ Setz die Skibrille gleich mit auf. Zwischen Brillenoberkante und Helmrand darf kein Streifen Stirn frei bleiben.
- √ Unter den Helm gehört höchstens eine hauchdünne Helmmütze. Eine normale Mütze hebt den Helm an und macht die Passform zunichte.
Köpfe sind unterschiedlich geformt, und zwei Helme in Grösse M können sich völlig anders anfühlen. Wenn du unsicher bist, komm mit deiner Skibrille vorbei und probier beides zusammen an.
Klasse A oder Klasse B: was die Norm EN 1077 bedeutet
Jeder Skihelm, den du hier kaufst, ist nach EN 1077 geprüft. Die Norm kennt zwei Klassen. Bei Klasse A reicht die harte Schale auch über die Ohren, und der Helm muss beim Durchdringungstest mehr aushalten. Bei Klasse B sind die Ohren durch weiches Material geschützt oder bleiben offen – dafür ist der Helm leichter, besser belüftet, und du hörst mehr von dem, was um dich herum passiert.
Für die meisten Pistenfahrer reicht Klasse B und ist im Alltag angenehmer. Klasse A ist die Wahl, wenn du im Stangenwald unterwegs bist, schnell fährst oder viel abseits der Piste. In der Auswahl an Skihelmen von ski-shop.ch findest du beide Bauarten, von der belüfteten Halbschale bis zum kompakten Rennhelm.
MIPS und Rotationsschutz
Die meisten Stürze treffen den Kopf schräg, nicht senkrecht. Dabei entstehen Drehkräfte, die eine reine Schaumschale schlecht abfängt. MIPS steht für Multi-directional Impact Protection System: eine reibungsarme Zwischenschicht, die sich beim schrägen Aufprall für einen Sekundenbruchteil gegen die Schale verschiebt und einen Teil der Rotationsenergie aufnimmt. Andere Hersteller lösen dasselbe Prinzip mit eigenen Systemen. Ein Helm ohne Rotationsschutz ist nicht unsicher – einer mit ist bei dieser Sturzart im Vorteil.
Visierhelm oder Helm plus Skibrille
Ein Visierhelm hat die Scheibe fest montiert. Sie sitzt weiter vom Gesicht weg, beschlägt seltener und lässt sich hochklappen, ohne dass du etwas in der Hand hältst. Für Brillenträger ist das oft die bequemste Lösung, weil die Korrekturbrille darunter Platz hat. Der Nachteil: Du bist auf die Scheiben des Herstellers festgelegt, und Ersatz ist teurer als eine zweite Skibrille.
Die Kombination aus Helm und Brille bleibt flexibler: Du wechselst die Scheibe je nach Wetter und ersetzt beides unabhängig. Wichtig ist nur, dass der Brillenrahmen bündig an der Helmkante anliegt.
Kinderhelme und Rennsport
Bei Kindern gilt eine harte Regel: kein Helm zum Hineinwachsen. Ein zu grosser Helm rutscht beim Sturz nach vorne oder zur Seite und schützt genau dann nicht mehr. Miss lieber jede Saison neu. Für den Rennsport schreibt die FIS in Abfahrt, Super-G und Riesenslalom ab U14 Helme nach der Norm FIS RH 2013 vor, erkennbar am fest angebrachten Aufkleber. Fährt dein Kind im Verein, kläre das vor dem Kauf mit dem Trainer ab.
Ergänzend lohnt der Blick auf den Rest der Protection: Ein Rückenprotektor gehört für viele dazu, ein Schlauchschal schliesst die Lücke zwischen Helm und Jacke. Und die richtige Mütze trägst du danach – unter den Helm gehört sie nicht.
Wann ein Helm ersetzt gehört
Der Innenschaum eines Helms ist für einen einzigen harten Schlag ausgelegt. Er gibt nach, nimmt Energie auf und bleibt danach verformt – oft ohne dass man das von aussen sieht. Nach einem ordentlichen Sturz auf den Kopf gehört der Helm darum ersetzt, auch wenn die Schale unversehrt aussieht. Unabhängig davon empfehlen die Hersteller, einen Helm nach rund fünf Jahren zu tauschen, weil Kunststoffe und Klebstoffe altern. Und Finger weg von Bohrlöchern, Lösungsmitteln und Lack – das kann die Schale angreifen. Wenn du unsicher bist, ob dein Helm noch taugt, bring ihn mit in den Laden in Lengnau, wir schauen ihn uns zusammen an.
Häufige Fragen zum Skihelm kaufen
Gibt es in der Schweiz eine Helmpflicht beim Skifahren?
Nein. In der Schweiz ist der Helm freiwillig, wird aber von der Beratungsstelle für Unfallverhütung klar empfohlen. In Italien gilt seit der Saison 2025/26 eine Helmpflicht für alle Altersgruppen, in sieben österreichischen Bundesländern für Kinder bis 15 Jahre. Vor einer Skireise ins Ausland also kurz nachschauen.
Welche Helmgrösse brauche ich?
Die Helmgrösse entspricht deinem Kopfumfang in Zentimetern, gemessen ein bis zwei Zentimeter über den Augenbrauen. Liegst du zwischen zwei Grössen, nimm die kleinere und stell sie mit dem Drehrad weiter – ein zu grosser Helm lässt sich nicht kleiner machen.
Ist ein Skihelm mit Visier auch für Brillenträger geeignet?
Ja, gerade dafür. Das Visier sitzt weiter vom Gesicht entfernt als eine Skibrille, die Korrekturbrille hat darunter Platz und beschlägt seltener. Achte trotzdem darauf, dass die Bügel deiner Brille nicht am Helmpolster anstossen.
Kann ich einen Velohelm zum Skifahren nehmen?
Nein. Velohelme sind nach einer anderen Norm geprüft, decken den Hinterkopf weniger ab und sind für die Aufpralle und Temperaturen beim Skifahren nicht ausgelegt.
Wie lange hält ein Skihelm?
Ohne Sturz rund fünf Jahre. Nach einem harten Schlag ist er sofort fällig, weil der Schaum seine Dämpfung abgegeben hat – auch wenn aussen nichts zu sehen ist.